Wildzelten auf dem Olavsweg: Jedermannsrecht und Regeln

Was das norwegische Jedermannsrecht auf dem Olavsweg erlaubt – und was nicht

Kann man auf dem Olavsweg im Zelt übernachten? Und welche Regeln gelten dabei?

Darf man auf dem Olavsweg wild zelten?

Ja. In Norwegen gilt das Jedermannsrecht (allemannsretten) – eines der schönsten Dinge am Wandern im Norden. In freier Natur darfst du dein Zelt aufschlagen, ohne vorher jemanden zu fragen. Ein paar Regeln gehören aber dazu:

  • Mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Häusern und Hütten.
  • Nicht auf Acker-, Weide- oder eingezäuntem Land zelten.
  • Für mehr als zwei Nächte am selben Platz brauchst du außerhalb der Berge die Erlaubnis des Grundbesitzers; im Gebirge und in abgelegenen Gegenden ist man freier.
  • Wähle einen trockenen, ebenen Platz, der bei Regen nicht unter Wasser steht.

Wir selbst haben 2019 in Herbergen und Unterkünften übernachtet und nicht gezeltet. Wer aber flexibel und günstig unterwegs sein will, für den ist das Zelt auf dem Olavsweg eine echte Option.

Lagerfeuer und Kocher – was ist erlaubt?

Beim Feuer ist Norwegen streng: Vom 15. April bis 15. September gilt ein generelles Lagerfeuerverbot in oder in der Nähe von Wäldern. In dieser Zeit fällt das romantische Lagerfeuer also aus (außer an ausgewiesenen Feuerstellen).

Ein Campingkocher ist dagegen erlaubt – mit zwei wichtigen Regeln:

  • Stell ihn auf stabilen, nicht brennbaren Untergrund.
  • Betreib ihn niemals im Zelt (Brand- und vor allem Erstickungsgefahr durch Kohlenmonoxid).

Rücksicht auf Natur und Vieh

Das Jedermannsrecht funktioniert nur, weil sich alle an ein paar Regeln der Rücksicht halten:

  • Hunde müssen vom 1. April bis 20. August angeleint sein (Brut- und Setzzeit).
  • Weidevieh nicht bedrängen: Geh nicht zwischen Kuh und Kalb, trenne keine Jungtiere von den Muttertieren.
  • Alle Tore hinter dir wieder schließen und auf elektrische Zäune achten.
  • Nimm deinen gesamten Müll mit – gerade Metall wie Dosen kann Weidetiere schwer verletzen, wenn es später im Futter landet.
  • Hinterlasse den Platz so sauber, wie du ihn vorgefunden hast (leave no trace).

Zelten oder Herberge auf dem Olavsweg?

Beides geht – und man kann es auch mischen. Das Zelt bringt Freiheit und spart Übernachtungskosten, die in Norwegen sonst ins Gewicht fallen. Herbergen und Pilgercenter bieten dafür ein warmes Bett, eine Dusche, Stempel für den Pilgerpass und Kontakt zu anderen Pilgern.

Wenn du zelten willst, denk an die richtige Ausrüstung – dazu haben wir eine Packliste. Und lies vor dem Aufbruch unsere Hinweise zur Sicherheit auf dem Olavsweg, besonders zu Wetter und Kälte in den Bergen.

Häufige Fragen zum Wildzelten auf dem Olavsweg

Darf man auf dem Olavsweg wild zelten?
Ja. In Norwegen gilt das Jedermannsrecht (allemannsretten): In freier Natur darfst du dein Zelt für ein bis zwei Nächte aufschlagen, solange du mindestens 150 Meter Abstand zu bewohnten Häusern und Hütten hältst und nicht auf Acker- oder eingezäuntem Land stehst. Für mehr als zwei Nächte am selben Ort brauchst du außerhalb der Berge die Erlaubnis des Grundbesitzers.
Darf man in Norwegen ein Lagerfeuer machen?
Vom 15. April bis 15. September gilt in Norwegen ein generelles Lagerfeuerverbot in oder nahe Wäldern. Ein Campingkocher ist erlaubt, sollte aber auf stabilem, nicht brennbarem Untergrund stehen – und niemals im Zelt betrieben werden.
Wie viel Abstand muss das Zelt zu Häusern haben?
Mindestens 150 Meter zu bewohnten Häusern und Hütten. Meide außerdem Ackerland, Weiden und eingezäunte Flächen und hinterlasse deinen Lagerplatz so, wie du ihn vorgefunden hast.
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